Wissenswertes zur Winterfütterung unserer einheimischen Vögel

Viele Menschen besinnen sich mit Beginn des Winters auf unsere heimische Vogelwelt. Viele unserer einheimischen Vögel sind jetzt auch leichter zu sehen, Sträucher und Bäume haben ihre Blätter abgeworfen und geben den Blick auf ihr Astwerk frei.

Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist allerdings nicht auf die fehlende Zufütterung im Winter zurückzuführen, sondern auf die Vernichtung und Verschlechterung ihrer Lebensräume !

Unsere heimischen Vogelarten, die auch den Winter bei uns verbringen, sind auf das jahreszeitlich unterschiedliche Futterangebot eingestellt. Dabei ist es für einen gesunden Bestand wichtig, daß das veringerte Nahrungsangebot des Winters regulierend in den Artenbestand eingreift. Bis zu 70% der Jungvögel überleben nachgewiesenermaßen den folgenden Winter nicht. Vorausgesetzt der Lebensraum bleibt erhalten, reicht der Rest aber aus, um den Fortbestand der Art zu sichern.Das ist ein harter aber notwendiger biologischer Ausleseprozeß.

Eine intensive und regelmäßige Winterfütterung hat auch zur Folge, daß im darauffolgenden Frühjahr entsprechend mehr Nahrungsbereiche und Brutplätze zur Verfügung stehen müssen. Es ist also entscheidend wichtiger, um eine artenreiche Vogelwelt zu erhalten, die natürlichen Nahrungs- und Rückzugsmöglichkeiten zu erhalten. Leider werden in der Regel im Herbst Stauden, Büsche und Sträucher zurückgeschnitten. Zum einen dienen die Samenstände allen Körnerfressern wie Finken, Ammern und Zeisigen als Nahrung, zum anderen kommen in allen Staudenarten viele Insekten und Spinnenarten vor. Insekten sind eine sehr eiweiß- und fettreiche Nahrungsquelle. Auch Bäume, Laub und Komposthaufen dienen nicht nur Kleinsäugern, wie Igel und Bilch als Überwinterungsquartiere, sondern sind auch Unterschlupf für viele andere Kleinlebewesen. Hier bieten sich an schneefreien Tagen reiche Nahrungsquellen.

Die maßvolle und sachgerechte Fütterung ist dann vertretbar , wenn es zum Ziel hat , Vögel aus der Nähe beobachten zu können. Es bietet vielen Menschen, Freude und Entspannung und kann sehr lehrreich sein, insbesondere für Kinder. Beginnen sollte man mit der Fütterung jedoch erst bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke und anhaltenden Frost mit unter minus 5°C . Im Fachhandel gibt es schon meist seit September entsprechende Futterangebote und dienen zu dem Zeitpunkt nur dem einen Ziel, den Verkaufszahlen.

Stellen Sie ihre Futterplätze immer frei auf , so verhindern Sie ,daß sich Katzen unbemerkt anschleichen können. Ein selbst hergestellter kleiner Futtersilo oder eine Futterglocke ( Blumentopf ) mit einem Gemisch aus Rindertalg, Kleie, Sonnenblumenkerne und Hanf , erfüllt alles was die meisten Vögel brauchen. Der Gestaltungsmöglichkeit durch ihre Kinder beispielsweise sind so keine Grenzen gesetzt und bereiten viel Freude beim späteren beobachten.

Stellen Sie ihre Futterplätze erhöht auf ,um ein Vermischen von Futter und Kot zu vermeiden.

Streuen Sie daher niemals das Futter einfach auf den Boden !
So beugen Sie beispielsweise der Infektionsgefahr durch Salmonellen und anderer tödlicher und auch übertragbarer Erreger vor . Was besonders in milden Wintern verheerende Verluste nach sich führen kann.

Reinigen Sie diese Futterstellen regelmäßig
, streuen Sie nur soviel Futter ein , wie von den Vögeln aufgefressen werden kann. Futterreste sollten vor jeder erneuten Fütterung entfernt werden .

Füttern Sie niemals Speisereste
, diese enthalten oft Salz und Gewürze und führen oft zum Tod der Vögel. Sonnenblumen und Getreidekerne eignen sich besonders für Körnerfresser wie Goldammer, Dompfaff, Buchfink u.s.w. Für Weichfresser eignen sich Rosinen,Wildbeeren und Obst ( auch wenn es bereits nicht mehr so frisch sein sollte).

Bedenken Sie also , die tödlichen Folgen für falsches Füttern werden leider selten erkannt, weil die Vögel meist an versteckten Stellen verenden, wo es der Futtergeber nicht bemerkt . Vermutlich sterben mehr Vögel an den Folgen unsachgemäßer Fütterung , als durch das Füttern gerettet werden. Helfen Sie unseren heimischen Arten, indem Sie Lebensräume und Ausweichmöglichkeiten erhalten oder schaffen .

Füttern Sie mit Sachverstand und Fingerspitzengefühl und lassen unsere Wildtiere das sein , was sie sind : unabhängige ,instinktsichere Tiere die ihre ,,Freiheit“ brauchen und sehr wohl in der Lage sind ,auch ohne unser Eingreifen, einen gesunden Bestand und damit ihre Art zu erhalten.

Ihr Tierheim-Team